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Hahn oder Henne

Idealerweise hält man Männchen und Weibchen in gleicher Anzahl. Hähne untereinander vertragen sich im Allgemeinen gut, schwatzen miteinander, kraulen und füttern sich vielfach. Hennen sind häufig etwas zickig zueinander, aber auch hier gibt es oft Freundschaften. 

Wellensittiche sind mitunter zänkisch, Streit um den Schlafplatz, sich anmeckern oder kurz nach jemandem hacken ist normal.  

Probleme können auftreten, wenn Hennen brutlustig sind. Oftmals werden sie aggressiv gegen andere Hennen, aber auch unter den Hähnen kann es dann zu Auseinandersetzungen kommen. Solche Streitereien vergehen schnell wieder, wenn die Brutlust nachlässt. In seltenen Fällen gibt es ernsthafte, blutige Beißereien, dann muss man eingreifen und gegebenenfalls ein aggressives Tier für eine Weile separat setzen.

 

Wenn ich Hahn und Henne habe..

Nein, sie dürfen nicht brüten! Um Papageien und Sittiche zu züchten, benötigt man in Deutschland eine amtliche Zuchtgenehmigung. Auch das einmalige brüten lassen fällt bereits unter Zucht.

Wellensittiche brüten in der Regel nur dann, wenn ihnen ein Nistkasten angeboten wird. Selten kommt es vor, dass sich die Henne irgendein Versteck sucht und dort zu brüten beginnt. In dem Falle bitte nicht die Eier wegnehmen, sie würde sogleich neue nachlegen. Statt dessen können Sie entweder die Eier abkochen und wieder hinlegen oder sie gegen Plastikeier austauschen. Die Brutzeit beträgt für jedes Ei 18 Tage. Wenn nach ca. 4 Wochen nichts geschlüpft ist, wird die Henne das Gelege verlassen.

Jungvogel

Der "Neue"

Quarantäne

Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihnen nur gesunde Vögel verkauft werden. Viele Krankheiten sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wenn schon Vögel vorhanden sind, sollte man den Neuling nicht gleich zu den anderen setzen, sondern ihn zunächst räumlich getrennt halten. Züchter gehen folgendermaßen vor, um ihren Bestand nicht zu gefährden: Der Neuankömmling wird 4 Wochen lang allein gehalten. Macht er einen gesunden Eindruck, gesellt man ihm einen Vogel aus dem Bestand hinzu und wartet weitere 6 – 8 Wochen. Bleiben beide Vögel gesund, können sie in den Schwarm. 

Dieses Verfahren ist für einen normalen Vogelhalter schwierig durchführbar. Auf jeden Fall sollte man den Vogel beim Tierarzt gründlich untersuchen lassen, einschließlich Laboruntersuchung auf PBFD und Polyoma. Für die Zeit, bis die Laborergebnisse vorliegen, also für etwa 2 Wochen, darf der Vogel keinen Kontakt mit den anderen haben.

Neuling frisst nicht

Haben Sie einen ganz jungen Vogel gekauft, findet er den Futternapf eventuell nicht oder er kennt keine Näpfe. Streuen Sie ihm Futter auf den Käfigboden oder bieten Sie es in einem Blumenuntersetzer an. Nach einigen Stunden, spätestens am nächsten Morgen muss er fressen.

Futterumstellung beim neuen Vogel

Wellensittiche reagieren oft empfindlich auf Futterumstellungen. Lassen Sie sich vom Züchter, Verkäufer oder Vorbesitzer immer Futter mitgeben, das Sie ihm zunächst geben und dann immer mehr von Ihrem eigenen Futter untermischen. Dies macht ihm die Einbürgerung in seine neue Umgebung leichter. 

Viele Neuankömmlinge bekommen zunächst Durchfall. Dies ist eine Reaktion auf fremdes Futter, die neue Umgebung, die Trennung von ihren bisherigen Schwarmmitgliedern; also Umzugsstress. Anfänglicher Durchfall muss also keine Krankheit sein, wenn der Vogel sonst einen munteren Eindruck macht und sollte sich schnell wieder legen.

Er frisst keinen Salat, Obst, usw.

Vermutlich kennt er es nicht. Normalerweise lernen die Jungvögel von den Eltern, was fressbar ist und was nicht. Leider trennen viele Züchter die Jungen zu früh von den Eltern oder geben kein Frischfutter. Bieten Sie es immer wieder an, irgendwann siegt die Neugier. Ein nasses Löwenzahnblatt lädt zum Trinken der Wassertropfen und zum Bad ein, eine längs durchgeschnittene Möhre am Gitter befestigt verführt zum Knabbern, so kommt der Welli auf den Geschmack.

Der erste Freiflug – wann?

Grundsätzlich ist dafür zu sorgen, dass der Vogel seinen Käfig/seine Voliere als sein Zuhause und sicheren Zufluchtsort anerkennt. Deshalb sollte man einen neuen Vogel erst einige Tage im Käfig belassen, damit er von dort aus seine neue Umgebung kennen lernt. Auch sollte er nicht mehr panisch reagieren, wenn Sie sich dem Käfig nähern. Handzahm muss er aber nicht sein vor seinem ersten Freiflug.

Schaffen Sie ihm außerhalb des Käfigs geeignete Lande- und Sitzmöglichkeiten. Dies kann ein aus Zweigen gebastelter Vogelbaum sein, oder ein unter die Decke gehängter Ast oder im einfachsten Fall ein auf dem Käfig befestigter Zweig. Auch sollte außen am Käfig eine Sitzstange in der Nähe der Tür vorhanden sein, dies erleichtert den Anflug zur Rückkehr in den Käfig.

Nehmen Sie sich viel Zeit für den ersten Freiflug, es kann lange dauern, bis der Vogel zurück in den Käfig geht, vielleicht den ganzen Tag. Zur Nacht muss er aber wieder hinein. Im Notfall muss man ihn fangen. Zimmer abdunkeln, ein dünnes Tuch über ihn werfen und schnell in den Käfig. Dies aber bitte nur, wenn es wirklich gar nicht anders geht. 

Er will nicht aus dem Käfig kommen

Da der Käfig/die Voliere das sichere Zuhause sein soll, darf man ihn keinesfalls herausscheuchen. Wahrscheinlich hat er einfach Angst oder ist nicht motiviert herauszukommen. Bauen Sie ihm eine Sitzstange, die von innen durch die Tür nach außen führt und befestigen Sie eine Kolbenhirse daran.

Baden

Ein Badehäuschen sollte angeboten werden. Viele Wellensittiche scheuen offenes Wasser und baden lieber im nassen Salatblatt. Manche lieben die Dusche mit einer Blumenspritze und gehen dann erst ins Badehaus. (Pfützen zum Baden gibt es nun mal nur bei Regen). Probieren Sie aus, was Ihren Wellensittichen gefällt.

Wellensittiche kaufen – worauf achten?

Junge Wellensittiche müssen unbedingt futterfest sein, also wirklich alleine fressen können. Dies ist etwa mit 6-7 Wochen der Fall.

Die Vögel sollen einen wachen, munteren Eindruck machen. Unsere Wunschvögel, und auch alle anderen in der Gruppe, müssen einen gesunden Eindruck machen, keiner darf Durchfall oder einen verschmierten Po oder schmutzige Nasenlöcher haben. Das Gefieder soll glatt anliegen und ein wenig glänzen. Keinesfalls darf der Vogel aufgeplustert und apathisch dasitzen. Junge Vögel schlafen allerdings häufig am Tage, das ist normal, wenn sie sonst aktiv sind.

Gruppe Jungvögel

Wo kaufen?

Die beste Einkaufsquelle für junge Wellensittiche ist ein guter Züchter. Er kann und sollte Sie individuell beraten, Ihnen Tipps zur Ernährung, usw. geben, sich ein wenig Zeit für den Verkauf nehmen. und Ihnen auch nach dem Kauf noch mit Rat zur Seite stehen.

Im Zoofachhandel werden die Vögel meistens teurer angeboten. Wenn Sie dort kaufen wollen, schauen Sie sich die Käfige an, ob sie sauber und hell sind, ob das Geschäft einen gepflegten Eindruck macht. In einem "Schmuddelladen" soll man keine Tiere kaufen. Oft ist das Personal nicht kompetent bei einer Beratung, das fängt häufig schon bei der Geschlechtsbestimmung an.

Vögel aus dem Tierheim und Abgabevögel von Privat. Entscheidet man sich für solche Vögel, tut man ein gutes Werk, indem man ihnen ein schönes neues Zuhause bietet. Diese Vögel sind natürlich nicht mehr so ganz jung, ob sie zahm sind oder werden, hängt von ihrer Vorgeschichte ab.

Eine weitere Möglichkeit zum Vogelkauf besteht auf Vogelbörsen und Ausstellungen, auf denen Züchter und Händler ihre Vögel anbieten. Hier sollte man besonders gut die Augen offen halten und möglichst in Begleitung eines erfahrenen Vogelhalters kaufen. Ich empfehle diese Möglichkeit aber überhaupt nicht.

Quelle Text teilweise: www.vogelkauf.info      Bilder: Ottmar Jäger

 

         

 

 

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